Fraktionierte Analyse

Um die  Bodenfruchtbarkeit umfassend bewerten und Meliorationsmaßnahmen ableiten zu können untersuchen wir in unserem Labor die Böden nach der genormten Methode der „Fraktionierten Analyse“ (ÖNORM S2122-1). Die Methode wurde vom österreichischen Bodenkundler Prof. Husz entwickelt und bildet mit 120 Einzelparametern die Komplexität der Bodenfruchtbarkeit ab.

Dabei werden Nährstoffe und potentielle Schadstoffe in den Verfügbarkeiten (=Fraktionen) wasserlöslich, austauschbar und Reserve gemessen, wodurch Nährstoffverhältnisse und potentiell mobilisierbare Reservestoffe erkannt werden können. Wir entwickeln die Methode laufend weiter und integrieren die aktuellen Erkenntnisse der Bodenforschung und die Ansprüche aus der Praxis.

Nachfolgende Tabelle stellt die Parameter und die Analysemethoden dar.

Zusammenfassende Darstellung der verwendeten Analytik

Wasserlösliche Elemente / Fraktion

Die mobilste Stofffraktion ist die „wasserlösliche Fraktion“. Das sind Stoffe, welche nach einem Niederschlagsereignis in den wassergefüllten Poren gelöst sind. Diese Stoffe können direkt von den Pflanzenwurzeln aufgenommen werden oder mit dem Sickerwasser ausgewaschen werden.

Die wasserlöslichen Elemente eines Bodens bestimmen die Konzentration der Stoffe in der Bodenlösung, welche das wichtigste Medium für die Pflanzenernährung ist. Die Bodenlösung sollte eine Idealzusammensetzung der einzelnen Nährstoffe besitzen, da die Pflanzen bei der Nährstoffaufnahme nur sehr beschränkt selektieren können.

Infoblatt Wasserlösliche Elemente

Austauschbare Elemente / Fraktion

Die „austauschbare Fraktion“ beschreibt Stoffe, welche an negativ oder positiv geladenen Oberflächen von Ton- und Humusteilchen aufgrund des Ladungsunterschiedes anhaften. Diese können durch andere geladene Teilchen in der Bodenlösung von den Oberflächen verdrängt (=ausgetauscht) werden und in Folge selbst in die Bodenlösung gelangen. Dieser Pool ist einer der wichtigsten für die Ernährung der Kulturpflanzen!

Infoblatt Austauschbare Elemente

Pflanzenverfügbare Elemente / Fraktion

Als pflanzenverfügbar wird jene Menge (Fraktion) an Elementen im Boden bezeichnet, welche für die Pflanze im Laufe der Vegetationsperiode in aufnehmbarer Form vorliegen. Es umfasst die Summe an wasserlöslichen und austauschbaren Elementen.

Infoblatt Pflanzenverfügbare Elemente

Nachlieferbare Elemente (Reservefraktion)

Als Reservefraktion / nachlieferbare Elemente wird jene Menge (Fraktion) an Elementen bezeichnet, welche durch natürliche Verwitterungsprozesse innerhalb von 10 bis 15 Jahren in eine für die Pflanze verfügbare Form überführt werden. Aus ökologischen und finanziellen Überlegungen kann es sinnvoll sein, die vorhandenen Reserven zu mobilisieren anstatt Nährstoffe mittels Dünger zuzuführen.

Infoblatt Nachlieferbare Elemente

Analyse der Phosphor (P) Pools

Studien (z.B. Köster und Nieder, 2007) und eigene Untersuchungen zeigen, dass in den meisten landwirtschaftlich genutzten Böden große Phosphor-Reserven (bis zu 3.000 kg/ha und 30 cm Tiefe) vorliegen. Diese Reserven sind zwar nur zum Teil unmittelbar pflanzenverfügbar, bei Kenntnis der verschiedenen Bindungsformen und dynamischen Prozesse im Boden können aber gezielt Maßnahmen empfohlen werden, damit P mobilisiert und wieder in den biologischen Kreislauf integriert werden kann.

Vor diesem Hintergrund werden von uns folgende 5 P-Pools analysiert und bewertet:

  1. Wasserlöslicher Phosphor
  2. Austauschbarer Phosphor
  3. Mineralischer Phosphor-Reservepool
  4. Organischer Phosphor-Reservepool
  5. Gesamtgehalte an Phosphor

Merkblatt Phosphor

Literatur

Köster W., R. Nieder (2007). Wann ist eine Grunddüngung mit Phosphor, Kalium und Magnesium wirtschaftlich vertretbar? www.beratung-mal-anders.de
ÖNORM S 2122-1 (2013). Erden aus Abfällen. Teil 1: Fraktionierte Analyse  – Untersuchungsmethoden.

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